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Denn mächtig(er) über uns ist seine Güte!


Keine Sorge, der versprochene zweite Teil über meine Zeit in Spanien kommt noch. Aber heute möchte ich etwas anderes mit euch teilen. Die messianisch-jüdischen Gemeinden in Deutschland haben den heutigen Tag zum Schabbat der Heilung und Befreiung ausgerufen. Sie richten ihre Gebete heute auf das jüdische Volk, damit es geheilt und von allem Schmerz und allem, was nicht Gottes Ordnung entspricht, befreit werde. Diesen Gedanken habe ich heute in mein Gebet mitgenommen, zusammen mit einer sehr schmerzhaften Situation in meinem eigenen Leben. Und ich möchte euch von der Reise erzählen, auf die Gott mich in meinem Gebet mitgenommen hat.


Schon seit einigen Tagen begleiten mich die Worte „hoch und erhaben“: in Liedern, die von Jesaja 6,1–4 inspiriert sind, wo Jesaja Gott hoch und erhaben sieht. Das führt ihn an einen Ort tiefer Anbetung. Aber auch in dem Bild, das Johannes in seinem Evangelium zeichnet, wie Jeschua in seinem Tod am Kreuz erhöht wird (siehe Johannes 3,14; 8,28; 12,32). Als ich mir heute meine Zeit für Gebet und Anbetung in die Quelle der Tränen nahm, war ich von Bildern des gekreuzigten Jeschua umgeben. In und durch sein Kreuz ist Jeschua hoch und erhaben! In und durch sein Kreuz wird er alle zu sich ziehen: „Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen“ (Joh 12,32). In und durch sein Kreuz steht er über alle Fürstentümer und Gewalten und Kräfte und Herrschaften (Eph 1,21), wie Chris Tomlin auch in seinem Lied „Holy Forever“ singt. Das bedeutet, dass Jeschua hoch und erhaben ist über all unseren Schmerz, unsere Krankheit und unsere Not. Dies führte mich an einen Ort tiefer Anbetung, unter dem „Heilig, heilig, heilig“ der Engel (Jes 6,3), und zu tiefem Weinen. Es war ein Moment tiefen Trostes und der Hingabe/Unterwerfung: Trost für all das, was so schmerzhaft ist, und auch Hingabe für das, was ich daran nicht verstehe. Und ich kann mich unterwerfen, weil ich weiß, dass Er hoch und erhaben über allem steht! Das führte mich zu einem Vers aus den Psalmen, den ich mir etwas genauer ansehen möchte.


כִּי גָבַר עָלֵינוּ ׀ חַסְדֹּו ׃ (Ps 117:2a)


Dieser Vers wird oft übersetzt mit: Denn mächtig über uns ist seine Güte. Das Wort, das mit „Güte“ übersetzt wird, ist chesed, das so vielschichtig ist, dass man es auch als Barmherzigkeit, Gnade, treue Liebe, beständige Liebe, unerschöpfliche Liebe oder unzerbrechliche Bundesliebe beschreiben kann. Das Wort, das mit „mächtig“ übersetzt wird, ist meiner Meinung nach noch stärker. Man kann es auch mit „stärker als“, „kräftig“, „siegen (über Feinde)“ übersetzen. Aus derselben Wortwurzel leiten sich die Wörter „Held“, „tapferer Mann“, „Stärke“, „Macht“ und „überwinden“ ab. Unter Berücksichtigung all dieser Bedeutungen möchte ich vorschlagen, diesen Vers wie folgt zu übersetzen:


Denn seine unerschöpfliche, unzerbrechliche Bundesliebe hat über uns gesiegt und alles für uns überwunden!


Dies führte mich zum letzten Teil der Quelle der Tränen: Der leere Kelch.

Hier sehen wir, wie Jeschua den Holocaust-Überlebenden umarmt, hervorkommend aus den Steinen, die die Umgekommenen symbolisieren. Er hebt den Kelch des Leidens empor, einst voll, nun leer, von beiden getrunken. Es ist der Ort des endgültigen und vollkommenen Trostes.


Mögen wir alle, indem wir auf den blicken, den wir durchstochen haben (Joh 19,37), uns Ihm und Seinem Erlösungswerk unterwerfen und immer tiefer eintreten in diese Umarmung mit dem Vater der Erbarmungen und Gott alles Trostes, der uns tröstet in all unser Drangsal (2 Kor 1, 3-4)!



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